Blaulichtfilter Brille: Wirkung, Nutzen und Auswahl

Frau arbeitet im hellen Büro am Laptop und trägt eine Brille mit klaren Gläsern

Bildschirm am Morgen, Bildschirm am Abend, dazwischen das Handy: Für viele von uns sind acht Stunden Bildschirmzeit am Tag eher Untergrenze als Ausnahme. Kein Wunder, dass die Blaulichtfilter Brille vom Nischenprodukt zum Alltagsbegleiter geworden ist.

Aber was macht so eine Brille eigentlich genau? In diesem Artikel erfährst du, wie der Filter funktioniert, wo dir blaues Licht überall begegnet, in welchen Situationen eine Brille sich lohnt und worauf du beim Aussuchen achten kannst.

Auf einen Blick
  • Eine Blaulichtfilter Brille lässt einen Teil des kurzwelligen blauen Lichts nicht bis zum Auge durch.
  • Je wärmer die Tönung, desto stärker der Filter und desto deutlicher verändert sich der Farbeindruck.
  • Am Abend kann weniger blaues Licht dabei helfen, den Körper nicht unnötig wach zu halten.*
Inhaltsverzeichnis
  1. Wie eine Blaulichtfilter Brille funktioniert
  2. Woher blaues Licht im Alltag kommt
  3. In welchen Situationen sie sich lohnt
  4. Worauf du beim Aussuchen achten kannst
  5. Häufige Fragen
  6. Fazit

Wie eine Blaulichtfilter Brille funktioniert

Licht besteht aus vielen Wellenlängen. Der blaue Anteil ist besonders kurzwellig und energiereich, er wirkt für unsere Augen heller und kälter als warmes, rötliches Licht. Eine Blaulichtfilter Brille setzt genau hier an: Die Gläser lassen einen Teil dieses blauen Anteils nicht durch, der Rest des Lichts passiert ungehindert.

Nahaufnahme eines Auges hinter einem Brillenglas, in dem sich blaues Bildschirmlicht spiegelt

Technisch gibt es dafür zwei Wege. Entweder ist der Filter direkt in das Material eingearbeitet, dann ist das Glas leicht getönt. Oder eine Beschichtung auf der Glasoberfläche reflektiert einen Teil des blauen Lichts, was sich oft als leichter blauer Schimmer auf dem Glas zeigt.

Wie stark gefiltert wird, erkennst du meist an der Farbe: Klare Gläser filtern wenig und verändern deinen Farbeindruck kaum. Gelbe, orange und rote Gläser filtern deutlich mehr, dafür wirkt die Umgebung wärmer. Für den Alltag heißt das: Klare Gläser eignen sich für den Tag, kräftig getönte eher für den späten Abend.

Woher blaues Licht im Alltag kommt

Die mit Abstand größte Quelle ist die Sonne. Ein bewölkter Tag draußen liefert immer noch ein Vielfaches an blauem Licht im Vergleich zu einem Bildschirm. Das ist auch gut so, denn tagsüber hält uns genau dieses Licht wach und aufmerksam.

Im Innenraum kommt blaues Licht vor allem aus diesen Quellen:

  • Bildschirme: Laptop, Monitor, Tablet und Smartphone, oft über viele Stunden und aus kurzer Entfernung.
  • LED-Beleuchtung: kaltweiße Deckenlampen und Leuchtmittel mit hohem Blauanteil.
  • Fernseher: große, helle Fläche, meist genau in der Zeit, in der es draußen längst dunkel ist.

Entscheidend ist also weniger die Menge als der Zeitpunkt. Am Vormittag ist viel Licht hilfreich. Um 23 Uhr sendet dieselbe Lichtmenge ein Signal, das so gar nicht zur Nacht passt.

In welchen Situationen sie sich lohnt

Eine Blaulichtfilter Brille ist kein Dauerbegleiter für jede Lebenslage. Es gibt aber drei Situationen, in denen viele Menschen sie als angenehm empfinden:

Langer Bildschirmtag

Wenn du acht Stunden oder länger auf Monitore schaust und deine Augen sich abends müde anfühlen.

Abends auf dem Sofa

Serie, Handy oder Laptop nach Feierabend, wenn der Körper eigentlich runterfahren möchte.

Späte Schichten

Arbeiten oder Lernen bis in die Nacht, bei hellem Kunstlicht und mehreren Bildschirmen.

Zwei Menschen sitzen abends mit Laptops auf dem Sofa und tragen Brillen mit roten Gläsern

Am Abend geht es dabei um mehr als Komfort. Dein Körper orientiert sich am Licht, um zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden. Studien deuten darauf hin, dass helles, blauhaltiges Licht in den Abendstunden die Ausschüttung von Melatonin hemmen und das Einschlafen verzögern kann.* Weniger blaues Licht in den letzten Stunden des Tages passt also gut zu einer ruhigen Abendroutine.

Tagsüber steht dagegen der Komfort im Vordergrund. Viele empfinden Bildschirmarbeit mit einem leichten Filter als weniger grell, besonders in Räumen mit kaltweißem Licht.

Worauf du beim Aussuchen achten kannst

Zwischen zwei Brillen liegen oft Welten, und das hat wenig mit dem Preis zu tun. Diese fünf Punkte helfen dir bei der Entscheidung:

  1. Tönung passend zur TageszeitÜberlege zuerst, wann du die Brille tragen willst. Für die Arbeit am Tag sind klare Gläser praktisch, weil Farben echt bleiben. Für abends darf es kräftiger sein.
  2. Passform vor allem anderenEine Brille, die drückt oder rutscht, bleibt in der Schublade. Achte auf die Bügellänge, den Sitz auf der Nase und darauf, dass nichts an den Schläfen kneift.
  3. Größe der GläserGrößere Gläser decken mehr vom Sichtfeld ab, dadurch kommt weniger Licht seitlich vorbei. Kleinere Fassungen wirken dezenter.
  4. Verarbeitung der ScharniereEine Brille, die du täglich auf- und absetzt, macht das schnell tausende Male mit. Stabile Scharniere und ein fester Sitz der Gläser machen hier den Unterschied.
  5. Etui und Tuch dabeiKlingt nebensächlich, entscheidet aber darüber, ob die Gläser nach ein paar Wochen zerkratzt sind oder nicht.

Und ganz praktisch: Wenn du eine Sehstärke brauchst, klär vorher, ob der Filter in deine Gläser integriert werden kann. Sonst landest du bei zwei Brillen, die du abwechselnd trägst.

Häufige Fragen

Kann ich eine Blaulichtfilter Brille den ganzen Tag tragen?

Mit klaren Gläsern spricht nichts dagegen, sie bei der Bildschirmarbeit durchgehend zu tragen. Stark getönte Gläser sind eher für die Abendstunden gedacht, weil sie die Farbwahrnehmung deutlich verändern.

Brauche ich eine Blaulichtfilter Brille, wenn mein Handy einen Nachtmodus hat?

Der Nachtmodus wirkt nur auf das eine Gerät. Deckenlampen, Fernseher oder ein zweiter Monitor bleiben unverändert. Eine Brille filtert alles, was vor deinen Augen passiert. Am besten kombinierst du beides.

Woran erkenne ich, wie stark eine Brille filtert?

Die Tönung ist der beste Anhaltspunkt: Je wärmer und kräftiger die Farbe, desto mehr blaues Licht wird herausgefiltert. Klare Gläser mit Beschichtung filtern am wenigsten.

Gibt es Blaulichtfilter Brillen mit Sehstärke?

Ja, viele Optiker können einen Filter in Korrektionsgläser einarbeiten. Frag am besten direkt nach, welche Filterstärke möglich ist. Weitere Antworten findest du in unseren häufigen Fragen.

Fazit

Eine Blaulichtfilter Brille ist ein einfaches Werkzeug mit einer klaren Aufgabe: Sie nimmt einen Teil des blauen Lichts aus dem, was den ganzen Tag auf deine Augen trifft. Wie viel sie dir bringt, hängt davon ab, wann du sie trägst. Tagsüber sorgt ein leichter Filter für ein angenehmeres Bild, abends unterstützt eine kräftigere Tönung deine Routine. Überleg dir also zuerst, wann du sie brauchst, und such die Brille danach aus. Alles andere ist Geschmackssache.

* Die Angaben in diesem Artikel dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Wenn du länger schlecht schläfst oder Beschwerden mit den Augen hast, sprich bitte mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Die Bilder in diesem Artikel wurden mit künstlicher Intelligenz erstellt.