Blaulichtfilter Brille ohne Sehstärke: Reicht das?

Frau in weißem Pullover arbeitet konzentriert am Laptop und trägt eine Brille mit klaren Gläsern

Du hast noch nie eine Brille gebraucht, siehst Straßenschilder und Untertitel problemlos und trotzdem fühlen sich deine Augen nach acht Stunden Monitor an wie zugezogen. Spätestens dann stolpert man über die Frage, ob eine Blaulichtfilter Brille ohne Sehstärke überhaupt etwas bringt, wenn mit den Augen eigentlich alles in Ordnung ist.

In diesem Artikel klären wir, was „ohne Sehstärke“ beim Brillenglas konkret heißt, für welche Menschen genau diese Variante die richtige ist, wie du mit einem kurzen Selbstcheck herausfindest, ob bei dir doch eine Korrektur dazugehört, und worauf du dann beim Aussuchen achtest.

Auf einen Blick
  • Gläser ohne Sehstärke haben keine Dioptrien. Sie verändern nicht die Schärfe, sondern nur das Licht, das bei deinen Augen ankommt.
  • Ob sie zu dir passen, hängt nicht von deinem Alter ab, sondern davon, ob du ohne Brille scharf siehst und wie viele Stunden du auf leuchtende Flächen schaust.
  • Wenn Text beim Lesen verschwimmt oder du das Buch immer weiter weg hältst, gehört das zuerst in einen Sehtest und nicht in eine Filterbrille.
Inhaltsverzeichnis
  1. Ohne Sehstärke heißt: Planglas mit Filter
  2. Für wen eine Blaulichtfilter Brille ohne Sehstärke reicht
  3. Selbstcheck: Filter oder doch Korrektur?
  4. Worauf du ohne Dioptrien achten kannst
  5. Häufige Fragen
  6. Fazit

Ohne Sehstärke heißt: Planglas mit Filter

In der Optik heißt ein Glas ohne Korrektur Planglas, im Alltag sagen viele einfach Fensterglas. Null Dioptrien, keine Wölbung, die das Licht bündelt. Ein solches Glas macht Schrift auf dem Monitor also weder größer noch schärfer. Seine einzige Aufgabe ist, das Licht zu verändern, bevor es dein Auge erreicht.

Nahaufnahme eines blauen Auges hinter einem klaren Brillenglas ohne Sehstärke

Das klingt unspektakulär, ist aber genau der Punkt. Wer gut sieht und trotzdem lange auf helle Displays schaut, hat kein Schärfeproblem, sondern bekommt viel Licht ab. Ein Filter setzt deshalb nicht an deiner Sehleistung an, sondern am kurzwelligen blauen Anteil dieses Lichts.*

Praktischer Nebeneffekt: Ohne Korrektur im Glas brauchst du kein Rezept und keine Werte vom Optiker. Du kannst die Brille im Wohnzimmer liegen lassen, deinem Mitbewohner in die Hand drücken und bestellen, ohne vorher Zahlen zu sammeln. Wie ein solcher Filter grundsätzlich funktioniert, haben wir im Beitrag über Wirkung, Nutzen und Auswahl einer Blaulichtfilter Brille ausführlich beschrieben.

Für wen eine Blaulichtfilter Brille ohne Sehstärke reicht

Die Entscheidung ist einfacher, als sie klingt. Wenn du ohne Hilfsmittel scharf siehst, gibt es keinen Grund, Dioptrien in ein Glas zu rechnen, die du gar nicht brauchst. Vier Konstellationen kommen in der Praxis besonders häufig vor:

Du siehst ohne Brille scharf

Der klassische Fall. Dein Sehen ist in Ordnung, du willst nur die Lichtmenge am Bildschirm abmildern.

Du trägst Kontaktlinsen

Die Korrektur sitzt schon auf dem Auge. Darüber passt ein Planglas mit Filter ohne Umrechnung.

Du brauchst Gläser nur weit draußen

Wer nur zum Autofahren oder im Kino eine Brille aufsetzt, sieht am Schreibtisch meist völlig ausreichend.

Du suchst eine Zweitbrille

Eine Brille, die abends auf dem Sofa liegt und die du zum Serienschauen oder Lesen aufsetzt, kommt ohne Korrektur aus.

Es gibt noch einen Grund, der selten genannt wird: Planglas ist unkompliziert. Du musst keine Werte parat haben, nichts anfertigen lassen und nichts einschicken. Gerade wenn du erst einmal ausprobieren willst, ob dir ein Filter am Abend guttut, ist das der schnellste Weg.

Selbstcheck: Filter oder doch Korrektur?

Bevor du dich festlegst, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf deine Augen. Vier Minuten reichen. Wenn hier alles unauffällig bleibt, kannst du entspannt zu Gläsern ohne Sehstärke greifen.

  1. Der BildschirmabstandSetz dich normal an den Monitor, etwa eine Armlänge entfernt. Lies eine kleine Schrift. Musst du die Augen zusammendrücken oder näher ran, notier das als Hinweis.
  2. Der Blick in die FerneSchau aus dem Fenster auf etwas Beschriftetes, ein Straßenschild oder ein Nummernschild. Verschwimmen die Buchstaben, geht es nicht um Licht, sondern um Schärfe.
  3. Der Arm beim LesenNimm ein Buch oder das Handy und lies ein paar Zeilen. Wenn du zum Lesen seit einiger Zeit immer weiter weggehen musst, verändert sich dein Nahsehen. Das ist ab Mitte vierzig völlig normal und gehört in einen Sehtest.
  4. Das Gefühl nach einer StundeSpürst du nach längerem Lesen regelmäßig Druck über den Augen oder an den Schläfen, kann eine kleine, nicht korrigierte Fehlsichtigkeit dahinterstecken. Auch das klärt eine Fachperson in wenigen Minuten.*
  5. Der letzte SehtestErinnerst du dich nicht mehr, wann er war, ist das die Antwort. Alle zwei Jahre ist eine gute Faustregel, unabhängig davon, ob du eine Brille brauchst.

Bleibt in allen fünf Punkten alles ruhig, ist die Lage klar: Du suchst keine Sehhilfe, sondern einen Filter. Dann ist Planglas genau richtig. Fällt dagegen ein Punkt auf, klär das zuerst, denn mit der passenden Korrektur wird auch ein Filter angenehmer.

Worauf du ohne Dioptrien achten kannst

Weil die Sehstärke als Kriterium wegfällt, rücken drei andere Dinge nach vorn: der Sitz, die Glasgröße und die Tönung.

Der Sitz entscheidet darüber, ob du die Brille abends wirklich aufbehältst. Eine Fassung, die hinter den Ohren drückt oder auf der Nase rutscht, landet nach zwanzig Minuten auf dem Tisch. Achte beim Anprobieren darauf, dass die Bügel waagerecht aufliegen und nichts kneift, wenn du den Kopf senkst.

Die Glasgröße wird oft unterschätzt. Ein Filter wirkt nur dort, wo auch Glas ist. Bei sehr kleinen, schmalen Fassungen schaust du über den oberen Rand hinweg direkt auf den Monitor. Gläser, die Augenbrauen und Wangenknochen gut abdecken, machen in der Praxis den größeren Unterschied als jedes Detail der Fassung.

Mann schaut abends im dunklen Zimmer auf sein Smartphone und trägt eine Brille mit roten Gläsern

Bleibt die Tönung, und die richtet sich nach der Tageszeit. Für die Arbeit am Tag sind klare oder nur leicht getönte Gläser angenehm, weil Farben fast unverändert bleiben. Für die letzten Stunden am Abend greifen viele zu warm getönten Gläsern, weil die einen größeren Teil des blauen Lichtanteils zurückhalten und das Licht im Raum weicher wirken lassen.* Beide Richtungen gibt es bei mela ohne Sehstärke, von klaren Gläsern für den Schreibtisch bis zu kräftig getönten Gläsern für den Abend.

Häufige Fragen

Brauche ich für eine Brille ohne Sehstärke ein Rezept?

Nein. Weil keine Korrektur in den Gläsern steckt, gibt es nichts anzupassen und keine Werte zu übertragen. Du wählst nur Fassung und Tönung aus.

Kann ich ein Planglas über Kontaktlinsen tragen?

Ja, das ist einer der häufigsten Einsatzfälle. Die Linse übernimmt die Korrektur, die Brille darüber nur den Filter. Beides stört sich nicht.

Verändert ein Glas ohne Sehstärke mein Sehen auf Dauer?

Ein Planglas bricht das Licht nicht und trainiert deine Augen weder stärker noch schwächer. Was sich verändert, ist der Farbeindruck, und zwar nur, solange du die Brille trägst.

Ich habe schon eine Brille mit Sehstärke. Was dann?

Dann ist eine zweite Brille ohne Korrektur meist nicht sinnvoll, weil du mit ihr unscharf sehen würdest. Sprich stattdessen mit deinem Optiker über einen Filter in deinen vorhandenen Gläsern. Weitere Antworten sammeln wir in den häufigen Fragen.

Fazit

Eine Blaulichtfilter Brille ohne Sehstärke ist kein Kompromiss, sondern für viele Menschen genau die passende Variante. Wenn du ohne Brille scharf siehst, Kontaktlinsen trägst oder einfach eine unkomplizierte Zweitbrille für den Abend suchst, brauchst du keine Dioptrien im Glas. Mach den kurzen Selbstcheck, achte dann auf Sitz, Glasgröße und eine Tönung, die zu deiner Tageszeit passt, und du hast eine Brille, die du gern aufsetzt. Und wenn der Selbstcheck etwas zutage bringt, ist der Weg genauso klar: einmal messen lassen und danach in Ruhe entscheiden.

* Die Angaben in diesem Artikel dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Wenn du länger schlecht schläfst oder Beschwerden mit den Augen hast, sprich bitte mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Die Bilder in diesem Artikel wurden mit künstlicher Intelligenz erstellt.